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14. August

Weihnachten kommt bestimmt – und es wird queer! 

Mesaoo Wrede (Foto: privat)

Am 1. Dezember 2019 beginnt unsere Ausstellung „Queering Christmas“ (Arbeitstitel) in Zusammenarbeit mit dem Sonntags-Club in Prenzlauer Berg. Wir freuen uns sehr, dass wir die renommierte Kuratorin und Künstlerin Mesaoo Wrede dafür gewinnen konnten. Details folgen in Kürze.

28. Juli

Berlins Kultursenator Klaus Lederer (Linke) sieht den CSD weiter vor allem als politische Demonstration. Es soll für die Gleichberechtigung aller sexuellen Identitäten demonstriert werden.

Gegenüber radioeins sprach Lederer am Samstag auch über die Planungen für das E2H. Es soll 2022 im ehemaligen taz-Gebäude eröffnen. Dass das auch so kommt, da sei er „sehr optimistisch“.

Hier kann man das Interview nachhören:

24. Juli

Berlin will Queeres Kulturhaus als Schritt zur Wiedergutmachung für die Zerstörung des Instituts für Sexualwissenschaften (Dr. Magnus Hirschfeld) durch die Nationsozialisten

Am Mittwoch Vormittag stellte Justizsenator Dirk Behrendt (Grüne) den ressort-übergreifenden Massnahmenplan vor, die „Initiative für geschlechtliche und sexuelle Vielfalt (IGSV)“. Diese umfasst die Präventionsarbeit beim Kampf gegen homo- und transphob motivierte Gewalt, unterstützt LGBTIQ-Geflüchtete und schliesst wichtige Bereiche wie Bildung und Jugend ein. Insgesamt werden 92 Punkte genannt.

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Foto: E2H

Im Bereich „Geschichtsdokumentation und -bildung stärken“ findet sich als Maßnahme Nr. 45: Unterstützung der Idee des Elberskirchen-Hirschfeld-Hauses und Begleitung des partizipativen Umsetzungsprozesses.

Dort heißt es: „Die Begleitung des Aufbaus eines queeren Kultur- und Geschichtshauses […] ist als ein Schritt zur Wiedergutmachung für die Zerstörung des Instituts für Sexualwissenschaften (Dr. Magnus Hirschfeld) durch die Nationalsozialisten 1933 zu verstehen. Der Senat hat die vorbereitenden Maßnahmen wie zum Beispiel die Auswahl eines geeigneten Ortes und die Prüfung weiterer Planungsschritte in den Jahren 2016 – 2018 gefördert und begleitet.“

Längerfristige Bewahrung, Erfassung und Erschließung von historisch relevanten Beständen

Diese Maßnahme beinhaltet:  „Die weitere Förderung und fachliche Begleitung des Umsetzungsprozesses“ und die „Förderung der längerfristigen Bewahrung, Erfassung und Erschließung von historisch relevanten Beständen […] z.B. zur Digitalisierung dieser Bestände.“

Das am Mittwoch vorgestellte Papier geht jetzt an die Berliner Abgeordneten. Die Umsetzung der Massnahmen werde im Rahmen der Verabschiedung des Haushaltsgesetzes 2020/2021 und der damit erfolgten Bereitstellung der finanziellen Mittel entschieden bzw. erfolge aus den in den Einzelplänen der jeweils zuständigen Verwaltung vorhandenen Mitteln.

22. Juli

Offiziell haben wir mit unserer Ausstellung „In-visible Realness“ am Freitag vorerst Abschied von der Galerie PS120 gefeiert. Gut vier Wochen waren wir dort mit unseren Queeren Kulturwochen „Somewhere Over The Rainbow“ zu Gast.

Zur Finissage kamen noch einmal rund 500 Menschen, um mit uns bis morgens früh um 2 Uhr zu feiern. Ein kraftvoller Höhepunkt war die Voguing-Performance von AriGato Saint Laurent.

Am Montag, den 22. Juli haben wir eine kleine Zugabe gegeben und die Ausstellung noch einmal gezeigt. Anlass war der Besuch des rbb Inforadios.

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E2H-Vorständin Christiane Härdel (Foto: Miersch/rbb)

Vor dem CSD am Samstag, den 27. Juli 2019, stellt das Inforadio täglich mehrere Initiativen, Vereine und Persönlichkeiten der Queer-Szene in der Hauptstadt vor. Wir hatten die Ehre, heute den Anfang machen zu dürfen. Hier kann man die Reportage nachhören.

13. Juli

Vier mal ist das Jahrbuch Sexualitäten bisher erschienen, die aktuelle Ausgabe ist seit Anfang des Monats auf dem Markt und kann hier bestellt werden.

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Fünf Beiträge daraus wurden am Freitag im Rahmen der Queeren Kulturwochen „Somewhere Over The Rainbow“ im PS120 vorgestellt, von ersten Leser*innen. So sprach Aaron Lahl über Caroline A. Sosats Essay „Die misogyne Kränkung – Zur gesellschaftlichen Verdoppelung einer väterlichen Angst“, Victoria Preis stellte das Gespräch von Patrick Henze mit der Psychoanalytikerin und Geschlechterforscherin Monika Gsell vor über„Konflikte im schwulen Imperium – Über die psychoanalytische Homosexualitätstheorie von Judith Le Soldat“. Saša Vukadinović sprach über Benedikt Wolfs Queer Lecture „Queer. And now? – Für eine kritische Geschichtsschreibung der Queer Theory“ und erklärte bei der Gelegenheit die „Queer theory“ für tot. „Der Begriff hat 30 Jahre Geschichte hinter sich, es gibt keinen Grund darüber zu trauern“, so Vukadinović.

Kampf für Härtefall-Regelung

E2H-Vorständin Christiane Härdel sprach über Georg Härpfers Queer Lecture „Der lange Weg zur Rehabilitierung – Zum Nachwirken des § 175 StGB bis in die Gegenwart“. Auch wenn sie mit der Geschichte des Paragraphen, der erst im Jahr 1994 abgeschafft wurde, vertraut sei – der Beitrag Härpfers habe sie in seiner Klarheit und Ausführlichkeit sehr beeindruckt. Da der Paragraph über die Nazi-Zeit hinaus in der Bundesrepublik Deutschland galt, dauerte für Schwule das Dritte Reich bis 1994, wie es ein Historiker ausdrückte. Erst 2016 hat ein Rechtsgutachten gezeigt, dass die Rehabilitierung der verurteilten Männer eine Pflicht sei. 2017 wurde dann im Deutschen Bundestag ein entsprechendes Gesetz verabschiedet. Doch nur rund 200 Männer stellten einen Antrag auf Entschädigung – die zunächst nur jenen zustand, die auch im Gefängnis saßen. Ermittlungen, die zu Verlust von Arbeitsplatz und Wohnung führen konnten, stellen erst seit März ebenfalls eine Berechtigung auf Entschädigung dar. Dem Kampf von Georg Härpfner und der Bundesinteressenvertretung Schwuler Senioren (BISS) ist es zu verdanken, dass es für 5000 Männer nun eine Härtefall-Regelung gibt.

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Rainer Nicolaysen (li.) und Aaron Lahl

Im Anschluss stellte Peter Unfried den Aufsatz „Queeres Weltkulturerbe – Wie der Eurovision Song Contest ein schwules Ereignis globalen Profils wurde“ vor, den E2H-Vorstand Jan Feddersen verfasst hat. Unfried, bekennender Hetero-Fan des ESC, erzählte, er habe den Contest immer gesehen und gehört, aber alles, was er darüber wisse, wisse er von Feddersen. Dieser sei eine „absolute Autorität“ und habe mit intellektueller Annäherung dafür gesorgt, dass der Wettbewerb, dem lange Verachtung entgegengebracht wurde, einen Image-Wandel erlebt hat. Mittlerweile sei der ESC ein „Zeugnis schwulen Welterbes“, geprägt nicht von nationalistischen Untertönen, sondern von der Neugier auf andere. Das sei ein großartiger Sieg unserer Europäischen Demokratie, erklärte Unfried.

Am Ende der Kurz-Vorträge der fünf Redner*innen, die sich sehr lobend über die Texte äußerten, konstatierte der Moderator Rainer Nicolaysen: „Wir sind alle wahnsinnig nett zueinander – zu Recht.“